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		<title>SCHMIEDEL spricht`s aus</title>
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		<description>Beschreibung für SCHMIEDEL spricht`s aus</description>
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			<title>SCHMIEDEL spricht`s aus</title>
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		<lastBuildDate>Wed, 09 May 2012 15:00:00 +0200</lastBuildDate>
		
		
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			<title>Hundert - Wie kocht man einen Eisball?</title>
			<link>http://www.beatrix-schmiedel.de/profil/schmiedel-sprichts-aus/detailansicht/datum/2012/05/09/hundert-wie-kocht-man-einen-eisball.html</link>
			<description>Hundert Kolumnen, geschrieben in weit über 2 Jahren.  Ich weiß noch, wie ich am 28. Januar 2010 </description>
			<content:encoded><![CDATA[<i>...gestartet bin und vor allem: warum. Ich wollte etwas Bleibendes schaffen. Meine Sicht der Welt teilen und meinen Lesern, die es ja damals noch gar nicht gab, etwas schenken. Etwas zum nachdenken, zum mitmachen und zum weiter-entwickeln. Und es sollte Spaß machen – den Lesern und mir.</i>
<i>Wenn ich mir heute anschaue, was aus diesem kleinen Anfang und den großen Zielen geworden ist: Wow! So viel Feedback und Lob. Ich bekam sogar einen heimlichen Wunsch erfüllt und darf Kolumnistin bei makeyourselfmove sein.</i>
<i>Ich darf etwas tun, das mir Spaß macht und dafür bin ich sehr dankbar. Für jede Mail, die mich erreicht und in der ihr davon sprecht, wie Wochenaufgaben gelaufen sind, welche Fortschritte ihr macht, wo ihr mehr Unterstützung braucht oder wovon ihr euch mehr wünscht.</i>
<i>Machen wir uns auf zur Eroberung der nächsten hundert. Ich gebe mein Bestes, versprochen!</i>
<i>Und hier ist die hundertste Kolumne für euch. Viel Spaß!</i><sub></sub>

<b>Wie kocht man einen Eisball?</b>
Es war wie ein Schneeball, zu Kinderzeiten geformt. Mit den warmen Händen zu einem Eisball angefroren und dann mit einer weichen Außenschicht umhüllt. Ein tödliches Geschoss in jeder Schneeballschlacht. Strich man die die weiche äußere Schneeschicht herunter, stieß man auf einen harten Kern.
Ich dachte nach über dieses Gleichnis. Sonst sprachen wir doch immer über harte Schale – weicher Kern, aber diesmal war es umgekehrt. Mir war ein Mensch über den Weg gelaufen und ich hatte in ein, zwei Gesprächen etwas von seiner weich und freundlich wirkenden Oberfläche angekratzt. Aber ich kam nicht weiter.&nbsp;&nbsp;
Und so wurde es ein immer gleiches Kommunikationsschema aus Ansprache, gefolgt von einer nichtssagend halb-interessierten Antwort und einer entsprechend gespiegelten Rückantwort, nichtssagend halbinformativ. Da war er wieder, der innen liegende Eisball.&nbsp;
Ich kam nicht umhin, mich zu fragen:&nbsp;&nbsp;<i>Wieso kommen wir über dieses Schema nicht hinaus? Was ist da los?</i>
Später im Frühling, an einem entspannten Nachmittag, kochte ich Suppe nach einem Rezept meiner Mutter. Frühlingssuppe. Viel Gemüse, kleine Klößchen, das volle Programm. Und während ich so die Zutaten in den Topf schnippelte, kam mir ein Gedanke: In der Kommunikation mit diesem einen, sehr speziellen Menschen gab es anscheinend eine Hauptzutat in der Suppe. Sie hieß:&nbsp;<i>„nicht aus dem Fenster lehnen wollen“</i>. Dazu kamen noch ein paar andere Geschmacksverderber:&nbsp;<i>„Spielchen spielen“</i>,&nbsp;<i>„Macht demonstrieren“&nbsp;</i>und&nbsp;<i>„bloß nichts preisgeben.</i>“&nbsp; Und vielleicht auch noch die Zutaten&nbsp;<i>&quot;Angst&quot;</i>,&nbsp;<i>„es war schon immer so“&nbsp;</i>und&nbsp;<i>„wie du mir so ich dir</i>“.
Mir wurde schlecht. Was müsste man in den Topf schütten, damit es besser werden würde? Ein Gläschen Mut, mindestens drei Esslöffel Vertrauen und ein zwei Tassen Unbeschwertheit.
Und ganz ehrlich – ich wollte die Suppe retten. Aber ich war unentschlossen – war sie es wert?&nbsp;
Ich habe mich bis jetzt nicht durchringen können, das Glas Mut zu öffnen und es zu riskieren. Simpel gesagt: Ich wollte mich nicht zum Affen machen. Ich wollte lieber total erwachsen und locker rüber kommen, als jetzt hier ein Mega-Suppenfass aufzumachen.&nbsp;
Doch dann dachte ich wieder an mein gerade gehörtes Filmzitat:<i>&nbsp;„Du darfst nicht aufhören zu sein wie du bist, nur weil du Angst vor irgendwas hast.&quot;</i>
Was also würde ich tun?

<b>Schnapp dir in dieser, deiner hundersten Wochenaufgabe, einen Zettel und einen Stift. Male einen Topf auf das Blatt und schreib auf, welche Zutaten in eine für dich leckere, perfekte „Kommunikationssuppe“ gehören.&nbsp;</b>
<b>Und dann schau mal, welche bereits in deinem Vorratsschrank (deinen Ressourcen, Stärken, Talenten und Fähigkeiten) vorhanden sind und markiere diese.&nbsp;</b>
<b>Bei den Zutaten, die fehlen, überleg mal: Wo bekommst du sie her? Bringt sie der andere mit? Und was ist mit Geschmacksverderbern? Mach dir ein Bild über deine Kommunikationssuppe.&nbsp;</b>

Viel Spaß und guten Appetit wünscht euch von Herzen<br /><br />&nbsp;Beatrix Schmiedel]]></content:encoded>
			<category>SCHMIEDEL.spricht's aus</category>
			
			
			<pubDate>Wed, 09 May 2012 15:00:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Der weiße Hase „Zeit“ trifft ein Pausen-Eichhorn.</title>
			<link>http://www.beatrix-schmiedel.de/profil/schmiedel-sprichts-aus/detailansicht/datum/2012/05/02/der-weisse-hase-zeit-trifft-ein-pausen-eichhorn.html</link>
			<description>Kleine Augen, müder Kopf. Ich hatte es gnadenlos unterschätzt. Oder mich gnadenlos überschätzt.</description>
			<content:encoded><![CDATA[Das wäre noch zu überdenken.
Hatte eine Aufgabe übernommen, von der ich wusste, dass sie nicht allzu schwierig werden würde. Leider nur musste ich feststellen: Mir fehlten Routine und ein Plan. Und das Schlimmste: Die Zeit rannte. Was ich auf keinen Fall wollte: Die Freundin enttäuschen, von der ich die Aufgabe angenommen hatte. Ich versank im Chaos, rund um meine Gartenbank stapelten sich Bücher und Papiere. Ich las alles quer, was mir in die Finger kam, kritzelte Ideen auf Zettel und markierte in Neonfarben wild in meinen Aufzeichnungen herum.&nbsp;
Drei Stunden später war alles bunt, ich aber keinen Schritt weiter in dem, was ich tun musste: Alles strukturiert zu Papier bringen. Es dämmerte und als ich mit einem Tee in der Hand, fröstelnd, gerade wieder auf den Balkon trat, war das Eichhörnchen da. Es saß genau in der Ecke, in die ich wollte. Hatte die Walnusskerne entdeckt, die ich extra für es hingelegt hatte und fing nun an zu knabbern. Ich blieb stehen, in meinem Kopf nur ein Gedanke:&nbsp;<i>„Verdammt…ich muss an meine Bücher…Eichhörnchen, ich will dich nicht verjagen, aber die Zeit…“<br />&nbsp;</i><br />Fast wie der weiße Hase in „Alice im Wunderland“, der immer mit Blick auf seine Uhr davon eilt:&nbsp;<i>„Wir haben keine Zeit, keine Zeit!“</i>
Aber das Eichhörnchen saß da nun, drei Meter entfernt und ich brachte es nicht übers Herz, sein Abendessen zu stören.&nbsp; Mein Kopf war voll, während ich versuchte, die nächsten Tage durchzugehen und eine Einschätzung davon zu gewinnen, wie viel Zeit mir blieb, um ein respektables Ergebnis abzuliefern. Darunter würde es nicht gehen. Was könnte ich erst einmal weglassen, was musste unbedingt dabei sein und an welchen Stellen würde ich mit geringem Aufwand einen erinnerungswürdigen Effekt erreichen können?
Das Eichhörnchen holte sich die nächste Nuss, drehte sie in seinen kleinen Pfoten hin und her, beäugte sie von allen Seiten und knabberte. Ich drehte die Aufgabe in alle Richtungen, beäugte sie und zerlegte sie in kleinere Schritte. Es holte sich die nächste Nuss – ich nahm den nächsten Schritt, um abzuschätzen, wie viel Zeit ich brauchen würde. Der weiße Hase rannte wieder vorbei:&nbsp;<i>„Keine Zeit!“</i>
Mit der letzten Nuss in den Pfoten sprang das Eichhörnchen schließlich davon und ich holte meine Bücher vom Balkon. Eine große Nuss gab es an dem Abend noch zu knacken – den ersten Entwurf für die Präsentation. Als ich zwei Stunden später ins Bett sank, träumte ich wirr. Hasen, Eichhörnchen, Fachbegriffe, Termine. Der Wecker riss mich schließlich raus, jetzt ist Watte im Kopf und meine Augen sind klein.<br />&nbsp;<br /><b>Sinne einmal nach: Wann hast du schon einmal die Schnelligkeit der Zeit unterschätzt? Passiert es dir häufiger, dass du spät dran bist in der Erledigung von Aufgaben oder bei der Einhaltung von Terminen? Was tust du dann? Und jetzt stell dir vor, dass du – ganz heimlich – davon einen versteckten Gewinn hast. Welcher ist es?</b>

Herzliche Grüße<br />Eure Beatrix Schmiedel]]></content:encoded>
			<category>SCHMIEDEL.spricht's aus</category>
			
			
			<pubDate>Wed, 02 May 2012 11:41:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Schweigemacht</title>
			<link>http://www.beatrix-schmiedel.de/profil/schmiedel-sprichts-aus/detailansicht/datum/2012/04/25/schweigemacht.html</link>
			<description>Wenn ein Schweigen Macht bedeutet. Plädoyer für ausgesprochene Ehrlichkeit.</description>
			<content:encoded><![CDATA[Tick Tick Tick Tick... Keine Antwort. Ich hatte gesprochen, alles auf den Tisch gepackt. War ehrlich gewesen, authentisch und mutig. Und ich erwartete jetzt eine Antwort. Die Uhr tickte. Tickte die immer schon so laut? War mir noch nie aufgefallen.<br />&nbsp;<br />Keine Antwort. Und ich sollte sie auch nicht bekommen. Stattdessen feiges Schweigen, verzweifelte Blicke, sich winden. Da musste doch mehr sein!&nbsp;<br />&nbsp;<br />Denn wenn einer schweigt, lässt er uns Raum zur Interpretation. Und &nbsp;je nach Beziehung zum Gegenüber oder voran gegangenen Ereignissen werten wir das Schweigen und interpretieren etwas hinein. Entweder im für uns besten Sinne oder so, dass es uns herunter zieht. Ein sehr kluger Freund sagte einmal zu mir:&nbsp;<i>„Interpretation ist nur deine Wahrheit. Aber sie ist nicht die sachliche Wahrheit. Und nur selten ist sie uplifting, sie zieht dich fast immer runter.“<br />&nbsp;</i><br />Ich weiß noch, wie ich damals verzweifelt nickte und es sich trotzdem erleichternd anfühlte, seine Anweisung zu bekommen:&nbsp;<i>Hör im Konflikt auf, zu interpretieren und begib dich nur in ein Gespräch, wenn es etwas Neues hinzu zu fügen gibt. Das stoppt den ewigen Kreis aus nutzlosen Diskussionen und fehlenden Antworten.</i>&nbsp;<br />&nbsp;<br />Aber zurück zum Schweigen. Der andere macht damit einen Raum auf, in dem wir unsere Interpretation ausbreiten können. Je nachdem, was wir uns wünschen, legen wir die besten oder schrecklichsten Bilder dort hin. Aber wir kennen die Wahrheit nicht, bis wir sie aus erster Hand gesagt bekommen vom Gegenüber.&nbsp;<br />&nbsp;<br />Für den Ängstlichen heißt Schweigen, sich nicht offenbaren müssen. Den Raum für die Interpretation offen zu halten, die Tür nicht zu schließen und es sich bloß nicht zu verscherzen mit dem anderen. Vielleicht, weil man sich nicht entscheiden kann oder weil man glaubt, dass sich dadurch, dass man eben keine Stellung bezieht, ein Problem von selbst erledigt.&nbsp;<br />&nbsp;<br />Weit gefehlt, im Gegenteil! Und zusätzlich zu dem Problem, welches mindestens seine Größe beibehält, wird er mit jedem Tag des Schweigens sein Gegenüber vielleicht mehr verletzten, weil es das Schweigen interpretiert und sich dumm und dusselig hofft, an das Gute glaubt. Der Schweigende behält so die Macht, weil er mit der wichtigsten Information nicht heraus rückt.<br />&nbsp;<br /><b>Bei welcher Sache schweigst du schon zu lange und glaubst, dass sie sich so von selbst erledigt? Willst du sie endlich klären und abschließen? Dann sprich diese Woche Klartext.<br /><br /></b><br />Herzliche Grüße<br />Beatrix Schmiedel]]></content:encoded>
			<category>SCHMIEDEL.spricht's aus</category>
			
			
			<pubDate>Wed, 25 Apr 2012 12:18:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Mach endlich mal was neues, Baby!</title>
			<link>http://www.beatrix-schmiedel.de/profil/schmiedel-sprichts-aus/detailansicht/datum/2012/04/18/mach-endlich-mal-was-neues-baby.html</link>
			<description>Wann hast du das letzte Mal Langeweile verspürt?</description>
			<content:encoded><![CDATA[Langweilig ist uns ja meist dann, wenn alle Optionen schon so oft erlebt, getan, gefühlt wurden, dass der Lack ab ist und das Aufregende fehlt. In manch einer unaufgeregten Sache fühlen wir uns vielleicht wohl und sicher, weil wir da keine Aufregung oder Herausforderung brauchen.
Aber was, wenn es zwischen Menschen langweilig wird und die Herausforderung fehlt? Wenn die Sicherheit und das Schöne oder Anspornende, das uns eine Verbindung schenkt, irgendwo liegen bleiben? Vor kurzem sagte jemand zu mir:&nbsp;<i>„Ich weiß jetzt schon, was passieren wird, mein Freund wird wieder rumbrüllen, wieder mit der Tür knallen und zwei Stunden später kleinlaut ankommen, um sich zu entschuldigen. Aber mehr kommt da nicht, kein Nachdenken oder mal was ändern. Mittlerweile zucke ich dann nur noch mit den Schultern. Total egal, echt.“</i>
Oder eine junge Frau, die aus ihrem Arbeitsalltag berichtet:&nbsp;<i>„Ich kenne die Reaktion des Vorstandes aus unzähligen Gesprächen. Er nickt zu all unseren Vorschlägen, lobt uns sogar und dann wird es doch wieder ganz nach seiner Pfeife gemacht. Keiner hat Lust mehr, sich noch ins Zeug zu legen, es langweilt uns.“</i>
Interessant der Umstand, dass er erst lobte (Energie hoch, Motivation schaffen – „das, was Manager so tun müssen.“) und sich dann doch nicht auf sein Team verlassen konnte oder wollte. Doch der Absturz vom Lob ins Tal der Enttäuschung ist ungleich härter. Heute winken die Mitarbeiter einfach ab, werfen schnell irgendwelche ambitionslosen Ideen auf dem Tisch und sind froh, wenn sie wieder verschwinden können.
Oder die Sache mit dem brüllenden Freund – seine Entschuldigung soll nach dem Ausbruch, welcher dem Miteinander vermeintlich Pfeffer verpasst, alles wieder ins Lot bringen. Seine Freundin – zuckt mit den Schultern. Alles mittlerweile egal.&nbsp;
Wenn es so weit ist, dass wir uns gelangweilt fühlen von vorhersehbaren Aktionen anderer - Wo bleibt das Leben? Wo bleiben die Überraschungen? Wo bleibt das, was uns die Freude und die Spannung an einer Verbindung gab, worauf wir uns freuen konnten und was sich ein bisschen nach Unendlichkeit anfühlte?
Jemand, der glaubt, mit den immer selben Aktionen die Energie einer Verbindung hoch und damit die Macht über alles zu halten, der irrt gewaltig. Die Macht der Gewohnheit wendet sich gegen ihn und wir – wir winken ab. Mach endlich mal was neues, Baby!
<b>Prüfe in dieser Woche deine vorhersehbaren Aktionen, deine immer gleichen Muster in deinen Beziehungen zu anderen. Und dann fang an, die zu ändern, für die es gerade Zeit wird.<br /></b><br />Herzliche Grüße&nbsp;<br />Beatrix Schmiedel
]]></content:encoded>
			<category>SCHMIEDEL.spricht's aus</category>
			
			
			<pubDate>Wed, 18 Apr 2012 17:07:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Gelassenheit</title>
			<link>http://www.beatrix-schmiedel.de/profil/schmiedel-sprichts-aus/detailansicht/datum/2012/04/12/gelassenheit-1.html</link>
			<description>Ein gemütlicher Sessel, ein abwinken, ein &quot;Wir werden sehen&quot;.</description>
			<content:encoded><![CDATA[Wir hatten gestern früh sehr kleine Augen, Jochen und ich. Er sortierte gerade Tomaten, als ich um die Ecke bog und in seinen Laden sprang. In meiner Geldbörse kramend sagte ich zu ihm:&nbsp;<i>„Jochen…Stichwort Gelassenheit, was fällt dir dazu ein?“&nbsp;</i>Er stützte sich auf den Tisch.&nbsp;<i>„Gelassen bin ich nicht immer. Ich kenne niemanden, der in Extremsituationen gelassen bleibt. Oh warte – Rote Tücher! Super Begriff! Du weißt schon.“</i>&nbsp;Ich nickte. Es passte zwar generell, aber es passte nicht zu meinen Gedanken.
Es ist wie der Unterschied draußen-drinnen. Garten oder Haus, getrennt von einer Tür. Ich schmeiße sie nicht zu, schließe sie nicht ab. Ich lehne sie sogar nur an, höre den Lärm von draußen und könnte jederzeit raus gehen. Allein – ich mag jetzt nicht. Ich möchte genau hier gerade sein. Und es ist mir herrlich wurscht, ob alle anderen draußen sind und das Wetter schön ist. Weil das Wetter drinnen auch schön ist und die Sonne durch die geputzten Fenster scheint.
Jemand sagt zu mir „Bleib gelassen“ und das Wort „gelassen“ schwebt mit mir durch den Tag, mir begegnen immer wieder neue Varianten:
Frei gelassen.&nbsp;<br />Hängen gelassen.<br />Auf meinem Platz gelassen.<br />Bei mir gelassen.<br />Sein gelassen.<br />Zurück gelassen.
Gelassen sein, das hat sowas entspanntes. Ich bin gelassen – ich bin entspannt, weil ich weiß, dass ich etwas nicht ändern kann. Weil ich ahne, dass es morgen schon nicht mehr so sein wird wie heute. Oder weil ich weiß, dass ich für manches einfach nur zu warten brauche. Höre ich „gelassen sein“, so sehe ich einen großen gemütlichen Sessel, halb geschlossene Augen, ein Abwinken aus dem Handgelenk und ein wissendes Lächeln, das sagt „Wir werden sehen“.
Gelassenheit hat etwas sicheres, bodenständiges, sie stürzt uns nicht ins Ungewisse.&nbsp;<br />Gelassenheit ist selbstbewusst, sie kann im größten Trubel existieren – laut oder leise.<br />Gelassenheit ist der Mantel, den wir um einen Wunsch legen, wenn er zu sehr drängt.<br />&nbsp;<br />Gelassenheit – keine Kämpfe, nur Klartext. Die Ansprüche der anderen, was man so tun sollte, sein sollte und wie man sich verhalten sollte – abwinken. In den großen Sessel sinken, die Augen halb schließen und lächelnd sagen „Wir werden sehen“.
<b>In welchen Bereichen deines Lebens bist du gelassen und in welchen fehlt dir manchmal die richtige Portion Gelassenheit?<br />&nbsp;</b>
Herzliche Grüße<br />Beatrix Schmiedel
]]></content:encoded>
			<category>SCHMIEDEL.spricht's aus</category>
			
			
			<pubDate>Thu, 12 Apr 2012 17:05:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Lebensverlängernde Hoffnungsmaßnahmen</title>
			<link>http://www.beatrix-schmiedel.de/profil/schmiedel-sprichts-aus/detailansicht/datum/2012/04/04/lebensverlaengernde-hoffnungsmassnahmen.html</link>
			<description>Können wir uns Glauben abgewöhnen, Hoffnung aber nicht? D.h. existiert Hoffnung auch noch dann,...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<b>...wenn Glaube, Pro- und Contra-Listen, Logik oder sogar ganz klare Antworten bereits alles vom Tisch gewischt haben? &nbsp;Und wann hört Logik auf und beginnt Hoffen abseits jeder Vernunft?</b>

<i>„Ich habe daran geglaubt, dass es weiter geht. Heute hoffe ich es nur noch.“&nbsp;</i>&nbsp;Hund guckt in die Gegend und lässt sich von Fußgängern bestaunen. Eisverkäufer bringt zwei Eis und sammelt Kaffeetassen, Gläser, offene Zuckerbeutelchen vom Tisch, das Geschirr klirrt auf dem Tablett.
Wir sitzen in der Sonne, neben uns der Rhein. Und ich sage:&nbsp;<i>„Naja, es ist eine schöne Hoffnung. Ihr wart so lange befreundet, da ist Hoffnung ja wohl das mindeste. Wer weiß, wie es sein wird, wenn ein bisschen Zeit vergangen ist.“</i>&nbsp;Wir gucken in die Sonne, das helle Licht zwickt in den Augen. Später, auf dem Rückweg schiebe ich nach:&nbsp;<i>„Vielleicht ist das Hoffen gar nicht so schlecht, es ist schwächer als das Glauben und du kannst dir so das ganze langsam abgewöhnen.“</i>&nbsp;Der Konter kommt schnell über die Schulter und wahr:&nbsp;<i>„Menschen kann man sich nicht abgewöhnen.“&nbsp;<br />&nbsp;</i><br />Rumms. Gerade Rechte, mitten ins Auge, in den Magen, ins Herz. AU!
Eine liebe Freundin sagt später am Telefon zu mir&nbsp;<i>„Jaja, mein Mann sagt dann immer ‚Die Hoffnung ist der Tod eines jeden Kaufmannes‘.“</i>
Wollen wir also ein Ergebnis haben, dann ist Hoffnung ein schlechter Ratgeber. Aber wie kommen wir von der Hoffnung weg, wenn das Ergebnis bereits im Raum zu stehen scheint? Oder noch präziser: Wenn es bereits da ist? Leiden wir an Realitätsverlust und spontaner Verrücktheit, wenn trotzdem der Hauch einer Hoffnung zurück bleibt?
Dann ist der Ausspruch&nbsp;<i>„Die Hoffnung stirbt zuletzt“</i>&nbsp;ein Lebens-, aber auch ein Leidensverlängerer. Und ich pflege dann zu denken&nbsp;<i>„Mein Rückgrat ist heute mal wieder ein wabbeliger Schwamm aus blöder Hoffnung. Das kann wirklich nicht wahr sein.“</i>&nbsp;Nein, kann es auch nicht. IST es auch nicht. Die Hoffnung ist ein Tod auf Raten, der in seiner Gesamtheit genauso schmerzt wie die schnelle Wahrheit. Fühlt sich aber nicht so an, weil er in Häppchen aufgeteilt wird. Und manch einer von uns wählt den langen Weg, weil er am Ende eines kurzen Weges vielleicht noch gar nicht wüsste, wie es weiter gehen soll und weil er die Zeit braucht, bis er etwas Neues sehen kann.
<b>Diese Woche frage ich dich: Wo hoffst du mehr, als du noch glaubst und was macht die Hoffnung für dich möglich? Wenn die Hoffnung sprechen könnte, was würde sie dir sagen?</b>

Herzliche Grüße<br />Eure Beatrix Schmiedel
]]></content:encoded>
			<category>SCHMIEDEL.spricht's aus</category>
			
			
			<pubDate>Wed, 04 Apr 2012 10:30:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Glückskonto</title>
			<link>http://www.beatrix-schmiedel.de/profil/schmiedel-sprichts-aus/detailansicht/datum/2012/03/27/glueckskonto.html</link>
			<description>Wo ist das Konto mit unserem Glücksguthaben?</description>
			<content:encoded><![CDATA[Es gibt jetzt das neue Superlotto, den Euro-Jackpot, aus dem man mit 2 Euro Einsatz bis zu 90 Millionen Euro Gewinn rausholen kann. 5 aus 50 und zwei Superzahlen. Sind die richtig, sind *zack* mindestens 10 Millionen auf dem Konto. Was für ein Glück! Oder?
Bei allem, was in den letzten Wochen passiert ist – meiner Reise, den vielen Gesprächen davor und mittendrin und danach, den tollen Interviews und allem, was ich erleben durfte, kam immer wieder ein Begriff in den Mittelpunkt: „Glück“. Ich fragte meine Interviewpartner danach, kam ganz am Ende bei mir an und komme seit Tagen nicht umhin, mich zu fragen:
Bei welcher Bank ist das Konto, auf dem gespeichert ist, was wir an Glück verdienen? Und was passiert, wenn wir in die Miesen rutschen? Oder wenn wir etwas abheben wollen vom gedeckten Konto und der Lebensautomat sagt&nbsp;<i>„Entschuldigung, wir können Ihnen gerade nichts auszahlen. Der Automat ist leer, weil die anderen Personen vor Ihnen alles rausgeholt haben.“</i>&nbsp;Vermutlich gibt es noch nicht mal einen Automaten, den wir um eine Auszahlung bitten können – nein, der spuckt uns irgendwann einfach an, so im Vorbeigehen, aus irgendeinem Hauseingang.<br /><br />Gibt es für jede Träne, für jeden Schmerz, für jeden erlebten Rückschlag ein Guthaben auf das Konto und für das, was wir anderen schlechtes tun wird etwas abgebucht? Vielleicht ist es ja auch so, dass je aktiver wir sind, je mehr wir TUN für eine Auszahlung, es umso wahrscheinlicher wird, dass wir sie bekommen.&nbsp;
Und wie viel Guthaben muss man sammeln für das ganz große Glück?&nbsp;<br /><br />Fragt sehr nachdenklich<br />Beatrix Schmiedel<br /><br />]]></content:encoded>
			<category>SCHMIEDEL.spricht's aus</category>
			
			
			<pubDate>Tue, 27 Mar 2012 21:04:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Zu wem wir gehören</title>
			<link>http://www.beatrix-schmiedel.de/profil/schmiedel-sprichts-aus/detailansicht/datum/2012/03/20/zu-wem-wir-gehoeren.html</link>
			<description>Wer achtet auf dich?</description>
			<content:encoded><![CDATA[Mitten in der Markthalle, ich bin gerade sehr stolz auf meine spanische Unterhaltung mit der Obstverkäuferin, höre ich deutsch: „Mamaaaa, du musst auf mich achten!“ Ein ungefähr 14-jähriges Mädchen sah über die Köpfe der Menschen vor sich, ihre Mutter war ungefähr drei Meter vor ihr im Gewimmel. Das Mädchen war ziemlich groß, sehr dünn und ich musste unwillkürlich an ein Giraffenjunges denken. 
Wenn wir in Gruppen in einer fremden Umgebung unterwegs sind, haben wir meist eine Abmachung für den Fall, dass wir uns verlieren. Ich muss nicht sagen, dass das faktisch nie passiert, weil allein die getroffene Abmachung die Aufmerksamkeit füreinander in den Himmel schraubt. Schön auch, dass gerade Seniorengruppen so gerne dem hochgehaltenen Regenschirm folgen. Nicht auszudenken, noch jemand hielte einen Schirm hoch…
Gut, zurück zu unserem Giraffenjungen. Das Mädchen wurde nun also von seiner Herde getrennt und rief, suchte Schutz bei seiner Mutter. Die blieb stehen, drehte sich um und wartete auf ihr Kind. Das Mädchen sagte: „So ist es besser, wir müssen zusammen bleiben.“
<b>Wohin gehörst du, wer gehört zu deiner Herde und schützt dich, wenn du dich verloren fühlst?</b>

Herzliche Grüße aus dem Herzen Barcelonas 
Eure Beatrix Schmiedel ]]></content:encoded>
			<category>SCHMIEDEL.spricht's aus</category>
			
			
			<pubDate>Tue, 20 Mar 2012 12:50:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Pilar Rodriguez</title>
			<link>http://www.beatrix-schmiedel.de/profil/schmiedel-sprichts-aus/detailansicht/datum/2012/03/16/pilar-rodriguez.html</link>
			<description>Nutze deine Sinne.</description>
			<content:encoded><![CDATA[In einer stillen Ecke hinter der Kathedrale stand sie, ein Notenständer mit CDs, ein kleiner Korb für die Spenden. Sie selbst ganz in schwarz, vielleicht 60 Jahre alt, trotz des sonnigen Tages im Mantel. <br /> <br /> Ich bog um eine Ecke und hörte nur den Sopran, der sich in den Mauern der Gassen und des kleinen sich öffnenden Platzes fing. Ich blieb stehen, um zu fotografieren. Als ich ein paar Schritte rückwärtsging und mich umdrehte sah ich sie. Ließ meine Kamera sinken, kein Mensch da außer ihr, und sie sang. Sie sah mich, wie ich da an die Mauer gelehnt stand, lächelte kurz und sang. Irgendeine sehr traurige Melodie.
Als sie geendet hatte, ging ich langsam zu ihr, um Geld in das Körbchen zu legen, sie lächelte mich an und wir sprachen kurz miteinander. 
Als ich ging und um die Ecke hin zum Vorplatz der Kathedrale bog, fing sie wieder an zu singen. Eine kurze Weile hatte die Zeit für mich still gestanden. <b>Ich bitte dich heute: Schau hin! Bleib mal stehen und schaue. Schau deinen Kindern beim Spielen zu, wie sich Menschen im Café anlächeln, schau dorthin wo Musik spielt, wo jemand lacht. Nimm dir ein winziges bisschen Zeit, nach dem zu schauen, was dich glücklich macht und kurz die Zeit anhält.</b>
Wollt ihr sie hören? <link http://www.clasicoandalusi.com/frm_ger.htm>http://www.clasicoandalusi.com/frm_ger.htm</link>]]></content:encoded>
			<category>SCHMIEDEL.spricht's aus</category>
			
			
			<pubDate>Fri, 16 Mar 2012 10:25:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Eine Ode an dich</title>
			<link>http://www.beatrix-schmiedel.de/profil/schmiedel-sprichts-aus/detailansicht/datum/2012/03/13/eine-ode-an-dich.html</link>
			<description>10 Dinge, die dich beeindrucken würden - an dir!</description>
			<content:encoded><![CDATA[Gestern saß ich in „meiner“ Stammtapasbar, die ich „immer“ zum Mittagessen besuche, also seit vier Tagen. An der Theke kam ich mit zwei Amerikanerinnen ins Gespräch, Mutter und Tochter. Die Mutter war gerade nach Montpellier umgezogen, ihre Tochter aus Tennessee auf Besuch gekommen und gemeinsam waren sie die dreieinhalb Stunden nach Barcelona gefahren, um hier vier Tage zu bleiben. Wir plauderten ein wenig – die Klassiker: wo wir herkamen, was wir an Barcelona toll finden und weshalb wir hier waren. Die beiden waren wirklich toll. Nach dem Gespräch mit den beiden fiel mir noch an der Theke vor meinem Tellerchen mit Montaditos etwas für euch ein, ein Glück waren Servietten zum bekritzeln da!
Okay, es ist nicht ganz eine Ode an dich. Aber es könnte eine werden! Hier ist deine Aufgabe, deine mentale Herausforderung für heute:&nbsp;
<b>Schreibe heute 10 Dinge auf, die du an dir selbst bewundern würdest, träfest du dich als Fremder zum ersten Mal und hättest dich ein Stündchen mit dir unterhalten. Das können Charakterzüge, Verhalten, etwas Gesagtes oder natürlich auch Äußerlichkeiten sein. Eben alles, was dir an dir gefallen würde.</b>
<b>Und denk daran – es soll Spaß machen!</b>

Herzlche Grüße aus dem Herzen Barcelonas
Eure Beatrix Schmiedel
]]></content:encoded>
			<category>SCHMIEDEL.spricht's aus</category>
			
			
			<pubDate>Tue, 13 Mar 2012 11:44:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
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